Trend Report

Heute schon was aufgerissen?

Wenn der Look lässig-feminin wirkt und dabei so aussieht, als hätte man ihn mutwillig zerstört, kann es sich nur um den Trendstoff der Saison handeln: Distressed und Frayed Denim nämlich.
 

Einst war es der Inbegriff von Punkrock, dann haben es die Hippies aufgegriffen und heute stellen sich nicht nur Designer der neuen modischen Zerreißprobe mit Distressed und Frayed Denim. Anders als Sex-Pistols-Sänger Johnny Rotten tragen wir zerschlissenen Denim weniger abgerockt, dafür aber umso erwachsener. So schmücken ausgefranste Säume, Löcher und abgewetzte Strukturen diese Saison alles von Miniröcken über Schlaghosen und A-Linienkleidern bis hin zu Rollkragen-Tops und Jeansjacken.

Bei Frayed Denim bleiben Säume an Hosenbeinen, Rockenden und Ärmeln offen. Die Trend-Pioniere Marta Marques und Paulo Almeida zeigen beispielsweise in der Sommerkollektion ihrer gleichnamigen Brand kreativ bearbeitete Cropped Flares, Culottes und T-Shirt-Kleider aus Raw Denim. Das französische Label Vetements entwarf eine Jeans mit Kultstatus: Ob Mira Duma oder Pernille Teisbaek – alle reißen sich um die Jeans mit dem charakteristischen Patchwork-Hintern und den asymmetrischen Säumen, die als Neuinterpretation der klassischen Levi's 501 auf den Straßen von Paris bis Kopenhagen nicht mehr wegzudenken ist. Auf die Spitze treibt den Trend jedoch das italienische Label Versus Versace und zeigt hellen, aufgerauten Jeansstoff mit unregelmäßigen Kanten von Kopf bis Fuß.

Der Trend zum Nachstylen

Wer sich das erste Mal an Distressed und Frayed Denim herantraut, beschränkt sich auf einen Signature-Artikel im Look. Ein auffälliger Rock oder eine Hose wird entweder lässig mit weißem Shirt und schwarzen Accessoires getragen oder eleganter im Mix mit Seidenshirt, Cashmere-Pulli und Ledertasche. Und ein ungeschriebenes Gesetz sagt, dass zu Cropped Pants mit verschlissenen Enden knöchelhohe Stiefeletten gehören. Wer mag, toppt das Ganze noch mit Netzstrümpfen und fertig ist der Look, der die perfekte Balance zwischen Under- und Overstatement findet.

Die engen Vertrauten des robusten Stoffs hingegen trauen sich was: mit einer Neuinterpretation des typischen Cowboy-Looks. So entstehen Outfits aus Denim-Hemd und Used Jeans, die ein wenig an den wilden Western erinnern – und das ganz ohne Lasso und Cowboyhut. Einziger Tipp, um nicht wie im falschen Film zu wirken: Bitte dieselben oder ähnliche Farbnuancen wählen. Und sogar zum Dinner Date oder für einen Drink mit den Girls tragen wir den Kultstoff all over, fügen aber immer das gewisse Etwas zum Outfit hinzu. Mit einer klassischen Lederjacke als Kombipartner beispielsweise wäre selbst Johnny Rotten stolz auf uns.

Die gerissensten Denim Looks