Fashion Flashback

La vie en noir: Das Kleine Schwarze

Vor 90 Jahren prophezeite die Vogue, das Kleine Schwarze werde „eine Art von Uniform für alle Frauen mit Geschmack”. Recht sollte man behalten. Ob Lady oder Femme fatale:
Alle lieben den Klassiker.
Audrey Hepburn, 1961 / © Getty Images
Audrey Hepburn, 1961 / © Getty Images 
Alexa Chung / © Getty Images
Alexa Chung / © Getty Images 

Das Kleine Schwarze nur ein Kleid zu nennen, wäre ungefähr so als würde man sagen, Coco Chanel sei nur irgendeine Modeschöpferin. Das „Little Black Dress“ (LBD) ist ein Ausdruck von Femininität, das sich in keine Schublade stecken lässt: Das Mädchen von nebenan trägt es in der A-Linien-Variante mit Ballerinas und Kaschmir-Sweater zum schicken Familienessen, die Rockgöre in der Slipdress-Version überm Thrasher-Shirt zum Club-Konzert. Zweifellos – es hat viele Gesichter. Und die reichen von klassisch bis verrucht.

Verrucht oder vielmehr unsittlich waren auch die Anfänge des Kleinen Schwarzen. Obwohl die US-Vogue es 1926 als den „Ford der Modewelt“ betitelte, war man in der Gesellschaft doch eher zweigeteilt. Wie kann es sich Coco Chanel erlauben, die Farbe der Trauer und der Frommheit für Frauen salonfähig zu machen, die noch bis vor Kurzem den Verlust ihrer Männer durch den Krieg beweinten? Indem sie es einfach tat! Das knielange Modell revoltierte nicht nur in seiner Farbgebung, auch der schlichte und puristische Schnitt erhitzte die Gemüter der Roaring Twenties. Das Kleid war kompromisslos wie Chanel selbst und entfesselte den längst überfälligen Schritt nach mehr (Bewegungs-)Freiheit in der Mode.

Von wegen Trauerspiel – das Kleine Schwarze wird stets neu erfunden

Frei ist bis heute auch die Auslegung vieler Designer, wenn es um die Gestaltung geht. Für Miuccia Prada ist das Entwerfen des Kleides „immer ein Versuch, in der Einfachheit eine große Komplexität der Frau, von Ästhetik und Zeitgeist einzufangen.“ In der Herbst-/Winterkollektion zeigt sich das bei Prada in einem weich fließenden Midi-Kleid mit Stehkragen, Samtärmeln und dekorativer Blumenverzierung auf dem Oberteil. Hedi Slimane verzichtete für Saint Laurent ebenfalls auf Unaufdringlichkeit und rückte das LBD mit breiten Lackgürteln, voluminösen Tüllträgern, nabeltiefen V-Ausschnitten sowie Leder und Lurex ins aktuelle 80s-Revival-Licht. Das Spiel mit dem Klassiker beherrscht auch Brit Girl Alexa Chung, die die Mini-Variante zwar unaufgeregt zu Pumps und Clutch trägt, aber dank weißer Rüschen aus der Uniform ein Unikat macht. Das Kleid als Leinwand für die Frau, die es trägt – stark und selbstbewusst.

Eine, die hierbei nicht unerwähnt bleiben soll, ist sicherlich Audrey Hepburn. Mit Hut, Handschuhen und Nonchalance verschaffte sie dem Kleinen Schwarzen in „Frühstück bei Tiffany“ 1961 seinen Durchbruch – kreiert von Couturier Hubert de Givenchy. Seitdem trug es wirklich fast jede Frau. Catherine Deneuve. Edith Piaf. Sophia Loren. Prinzessin Diana. Elizabeth Hurley (in Gianni Versaces legendärer Sicherheitsnadel-Kreation).
Eine, die hierbei nicht unerwähnt bleiben soll, ist sicherlich Audrey Hepburn. Mit Hut, Handschuhen und Nonchalance verschaffte sie dem Kleinen Schwarzen in „Frühstück bei Tiffany“ 1961 seinen Durchbruch – kreiert von Couturier Hubert de Givenchy. Seitdem trug es wirklich fast jede Frau. Catherine Deneuve. Edith Piaf. Sophia Loren. Prinzessin Diana. Elizabeth Hurley (in Gianni Versaces legendärer Sicherheitsnadel-Kreation).

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